Krisen im Übergang: Der Übergang zur Hochschulmathematik aus transformatorisch-bildungswissenschaftlicher Perspektive

Publikation: Qualifikations-/StudienabschlussarbeitDissertation

Organisationseinheiten

Forschungs-netzwerk anzeigen

Details

OriginalspracheDeutsch
QualifikationDoktor(in) der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.)
Gradverleihende Hochschule
Betreut von
Datum der Verleihung des Grades12 Mai 2025
PublikationsstatusVeröffentlicht - 14 Mai 2025

Abstract

In dieser Dissertation wird der Übergang von der Schul- zur Hochschulmathematik aus einer mathematikdidaktischen, sozio-kulturellen und bildungswissenschaXlichen Perspektive betrachtet. Auf Basis der Theorie transformatorischer Bildung wird ein transformatorisch-mathematischer Bildungsbegriff entwickelt, der als Grundlage für eine empirische Untersuchung der Studieneingangsphase dient. Im Fokus steht dabei die Selbst- und Weltsicht von Studierenden in Bezug auf Mathematik, andere Teilhabende und sich selbst in schulischen sowie universitären mathematischen Kulturräumen, wobei Krisen als Anlässe für die Transformation habitueller Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsweisen in der Mathematik verstanden werden.
Im ersten, theoretischen Teil wird der Begriff transformatorisch-mathematischer Bildung
basierend auf der Grundlegung der transformatorischen Bildungstheorie unter anderem mit Bezügen zu Bourdieu, Lacan, Lyotard, Oevermann und Butler erörtert. Hinsichtlich des Übergangs zur Hochschulmathematik werden dabei drei Face\en diskutiert: Erstens, das individuelle Verhältnis zur Mathematik, zu Anderen und zu sich selbst als Gegenstand transformatorisch-mathematischer Bildungsprozesse, zweitens, Krisen im Sinne von Fremdheitserfahrungen und diskursiven Widerstreiten im Übergang zwischen
mathematischen Kulturen sowie, dri\ens, der Umgang mit solchen Krisen durch reflexive
Transformationen und die Entwicklung neuer Handlungsweisen. Der zweite, empirische Teil untersucht in einer qualitativen Längsschni\studie, wie transformatorisch-mathematische Bildungsprozesse im ersten Semester eines mathematik-bezogenen Studiums ersichtlich werden. Ausgehend von einer bildungstheoretisch
orientierten und mathematikdidaktisch gewendeten Methodologie und Methodik werden drei Fallportraits von Studierenden aus den Studiengängen Mathematik, Physik und Lehramt Mathematik vorgestellt. Diese weisen grundlegend verschiedene und emergente Verläufe des Studieneinstiegs trotz vergleichbarer institutioneller und struktureller Rahmenbedingungen auf. Während des betrachteten Semesters werden innerhalb der Fälle verschiedene Krisen evident, auf welche von den Studierenden unterschiedlich reagiert wird. Dabei sind sowohl Transformationen im Sinne transformatorisch-mathematischer Bildung als auch ablehnende und assimilierende Reaktionen zu beobachten. Die Fallanalysen ermöglichen abschließend didaktische, normative und kritisch-reflexive Schlussfolgerungen sowie Rückschlüsse auf die
theoretischen Überlegungen des ersten Teils.

Zitieren

Günther, LM 2025, 'Krisen im Übergang: Der Übergang zur Hochschulmathematik aus transformatorisch-bildungswissenschaftlicher Perspektive', Doktor(in) der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.), Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. https://doi.org/10.15488/18717
Download
@phdthesis{fb27c387f8ae43188061adcf20d2a04d,
title = "Krisen im {\"U}bergang: Der {\"U}bergang zur Hochschulmathematik aus transformatorisch-bildungswissenschaftlicher Perspektive",
abstract = "In dieser Dissertation wird der {\"U}bergang von der Schul- zur Hochschulmathematik aus einer mathematikdidaktischen, sozio-kulturellen und bildungswissenschaXlichen Perspektive betrachtet. Auf Basis der Theorie transformatorischer Bildung wird ein transformatorisch-mathematischer Bildungsbegriff entwickelt, der als Grundlage f{\"u}r eine empirische Untersuchung der Studieneingangsphase dient. Im Fokus steht dabei die Selbst- und Weltsicht von Studierenden in Bezug auf Mathematik, andere Teilhabende und sich selbst in schulischen sowie universit{\"a}ren mathematischen Kulturr{\"a}umen, wobei Krisen als Anl{\"a}sse f{\"u}r die Transformation habitueller Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsweisen in der Mathematik verstanden werden.Im ersten, theoretischen Teil wird der Begriff transformatorisch-mathematischer Bildungbasierend auf der Grundlegung der transformatorischen Bildungstheorie unter anderem mit Bez{\"u}gen zu Bourdieu, Lacan, Lyotard, Oevermann und Butler er{\"o}rtert. Hinsichtlich des {\"U}bergangs zur Hochschulmathematik werden dabei drei Face\en diskutiert: Erstens, das individuelle Verh{\"a}ltnis zur Mathematik, zu Anderen und zu sich selbst als Gegenstand transformatorisch-mathematischer Bildungsprozesse, zweitens, Krisen im Sinne von Fremdheitserfahrungen und diskursiven Widerstreiten im {\"U}bergang zwischenmathematischen Kulturen sowie, dri\ens, der Umgang mit solchen Krisen durch reflexiveTransformationen und die Entwicklung neuer Handlungsweisen. Der zweite, empirische Teil untersucht in einer qualitativen L{\"a}ngsschni\studie, wie transformatorisch-mathematische Bildungsprozesse im ersten Semester eines mathematik-bezogenen Studiums ersichtlich werden. Ausgehend von einer bildungstheoretischorientierten und mathematikdidaktisch gewendeten Methodologie und Methodik werden drei Fallportraits von Studierenden aus den Studieng{\"a}ngen Mathematik, Physik und Lehramt Mathematik vorgestellt. Diese weisen grundlegend verschiedene und emergente Verl{\"a}ufe des Studieneinstiegs trotz vergleichbarer institutioneller und struktureller Rahmenbedingungen auf. W{\"a}hrend des betrachteten Semesters werden innerhalb der F{\"a}lle verschiedene Krisen evident, auf welche von den Studierenden unterschiedlich reagiert wird. Dabei sind sowohl Transformationen im Sinne transformatorisch-mathematischer Bildung als auch ablehnende und assimilierende Reaktionen zu beobachten. Die Fallanalysen erm{\"o}glichen abschlie{\ss}end didaktische, normative und kritisch-reflexive Schlussfolgerungen sowie R{\"u}ckschl{\"u}sse auf dietheoretischen {\"U}berlegungen des ersten Teils.",
author = "G{\"u}nther, {Lukas Maximilian}",
year = "2025",
month = may,
day = "14",
doi = "10.15488/18717",
language = "Deutsch",
school = "Gottfried Wilhelm Leibniz Universit{\"a}t Hannover",

}

Download

TY - BOOK

T1 - Krisen im Übergang

T2 - Der Übergang zur Hochschulmathematik aus transformatorisch-bildungswissenschaftlicher Perspektive

AU - Günther, Lukas Maximilian

PY - 2025/5/14

Y1 - 2025/5/14

N2 - In dieser Dissertation wird der Übergang von der Schul- zur Hochschulmathematik aus einer mathematikdidaktischen, sozio-kulturellen und bildungswissenschaXlichen Perspektive betrachtet. Auf Basis der Theorie transformatorischer Bildung wird ein transformatorisch-mathematischer Bildungsbegriff entwickelt, der als Grundlage für eine empirische Untersuchung der Studieneingangsphase dient. Im Fokus steht dabei die Selbst- und Weltsicht von Studierenden in Bezug auf Mathematik, andere Teilhabende und sich selbst in schulischen sowie universitären mathematischen Kulturräumen, wobei Krisen als Anlässe für die Transformation habitueller Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsweisen in der Mathematik verstanden werden.Im ersten, theoretischen Teil wird der Begriff transformatorisch-mathematischer Bildungbasierend auf der Grundlegung der transformatorischen Bildungstheorie unter anderem mit Bezügen zu Bourdieu, Lacan, Lyotard, Oevermann und Butler erörtert. Hinsichtlich des Übergangs zur Hochschulmathematik werden dabei drei Face\en diskutiert: Erstens, das individuelle Verhältnis zur Mathematik, zu Anderen und zu sich selbst als Gegenstand transformatorisch-mathematischer Bildungsprozesse, zweitens, Krisen im Sinne von Fremdheitserfahrungen und diskursiven Widerstreiten im Übergang zwischenmathematischen Kulturen sowie, dri\ens, der Umgang mit solchen Krisen durch reflexiveTransformationen und die Entwicklung neuer Handlungsweisen. Der zweite, empirische Teil untersucht in einer qualitativen Längsschni\studie, wie transformatorisch-mathematische Bildungsprozesse im ersten Semester eines mathematik-bezogenen Studiums ersichtlich werden. Ausgehend von einer bildungstheoretischorientierten und mathematikdidaktisch gewendeten Methodologie und Methodik werden drei Fallportraits von Studierenden aus den Studiengängen Mathematik, Physik und Lehramt Mathematik vorgestellt. Diese weisen grundlegend verschiedene und emergente Verläufe des Studieneinstiegs trotz vergleichbarer institutioneller und struktureller Rahmenbedingungen auf. Während des betrachteten Semesters werden innerhalb der Fälle verschiedene Krisen evident, auf welche von den Studierenden unterschiedlich reagiert wird. Dabei sind sowohl Transformationen im Sinne transformatorisch-mathematischer Bildung als auch ablehnende und assimilierende Reaktionen zu beobachten. Die Fallanalysen ermöglichen abschließend didaktische, normative und kritisch-reflexive Schlussfolgerungen sowie Rückschlüsse auf dietheoretischen Überlegungen des ersten Teils.

AB - In dieser Dissertation wird der Übergang von der Schul- zur Hochschulmathematik aus einer mathematikdidaktischen, sozio-kulturellen und bildungswissenschaXlichen Perspektive betrachtet. Auf Basis der Theorie transformatorischer Bildung wird ein transformatorisch-mathematischer Bildungsbegriff entwickelt, der als Grundlage für eine empirische Untersuchung der Studieneingangsphase dient. Im Fokus steht dabei die Selbst- und Weltsicht von Studierenden in Bezug auf Mathematik, andere Teilhabende und sich selbst in schulischen sowie universitären mathematischen Kulturräumen, wobei Krisen als Anlässe für die Transformation habitueller Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsweisen in der Mathematik verstanden werden.Im ersten, theoretischen Teil wird der Begriff transformatorisch-mathematischer Bildungbasierend auf der Grundlegung der transformatorischen Bildungstheorie unter anderem mit Bezügen zu Bourdieu, Lacan, Lyotard, Oevermann und Butler erörtert. Hinsichtlich des Übergangs zur Hochschulmathematik werden dabei drei Face\en diskutiert: Erstens, das individuelle Verhältnis zur Mathematik, zu Anderen und zu sich selbst als Gegenstand transformatorisch-mathematischer Bildungsprozesse, zweitens, Krisen im Sinne von Fremdheitserfahrungen und diskursiven Widerstreiten im Übergang zwischenmathematischen Kulturen sowie, dri\ens, der Umgang mit solchen Krisen durch reflexiveTransformationen und die Entwicklung neuer Handlungsweisen. Der zweite, empirische Teil untersucht in einer qualitativen Längsschni\studie, wie transformatorisch-mathematische Bildungsprozesse im ersten Semester eines mathematik-bezogenen Studiums ersichtlich werden. Ausgehend von einer bildungstheoretischorientierten und mathematikdidaktisch gewendeten Methodologie und Methodik werden drei Fallportraits von Studierenden aus den Studiengängen Mathematik, Physik und Lehramt Mathematik vorgestellt. Diese weisen grundlegend verschiedene und emergente Verläufe des Studieneinstiegs trotz vergleichbarer institutioneller und struktureller Rahmenbedingungen auf. Während des betrachteten Semesters werden innerhalb der Fälle verschiedene Krisen evident, auf welche von den Studierenden unterschiedlich reagiert wird. Dabei sind sowohl Transformationen im Sinne transformatorisch-mathematischer Bildung als auch ablehnende und assimilierende Reaktionen zu beobachten. Die Fallanalysen ermöglichen abschließend didaktische, normative und kritisch-reflexive Schlussfolgerungen sowie Rückschlüsse auf dietheoretischen Überlegungen des ersten Teils.

U2 - 10.15488/18717

DO - 10.15488/18717

M3 - Dissertation

ER -

Von denselben Autoren